„Haltung zeigen gegen Menschenfeindlichkeit & Diskriminierung“
Ausgangslage und Idee
Aus den Erfahrungen des Projekts „Baseballschlägerjahre RLP“ (2025) entwickelte die LAG anderes lernen e. V. das Folgeprojekt „Haltung zeigen gegen Menschenfeindlichkeit und Diskriminierung“.
Es vertieft das Vorgängerprojekt und setzt gleichzeitig einen neuen Schwerpunkt.
Das Vorgängerprojekt hat deutlich gemacht: Gesellschaftliche Veränderung entsteht häufig durch einzelne Menschen, die Haltung zeigen. Sie wirken als Multiplikator*innen demokratischer Werte, geben Orientierung in ihrem Umfeld und tragen dazu bei, dass Gleichwertigkeit, Respekt und Menschenwürde aktiv gelebt werden. Diese Demokratie-Botschafter*innen handeln aus einer starken intrinsischen Motivation heraus und setzen Impulse, die weit über den einzelnen Moment hinauswirken.
An diesem Punkt setzt das Folgeprojekt an: Es stärkt Menschen darin, Diskriminierung zu erkennen, gesellschaftliche Herausforderungen reflektiert einzuordnen und eine eigene Haltung zu entwickeln. Dafür schaffen wir neue Lern- und Erprobungsräume in denen Haltung nicht nur thematisiert, sondern praktisch (weiter)entwickelt, gefestigt und vertreten wird.

Zielsetzung
Das Projekt umfasst vier zentrale Bausteine:
- Workshops („nope sagen, Haltung zeigen“)
Entwicklung eines Workshopkonzepts sowie Durchführung von 2 Pilot-Workshops (je 8-30 TN) in Kooperation mit der LEB. - Interviews
Drei Interviews zur Vertiefung des Projektes „Baseballschlägerjahre RLP“ mit Menschen mit Rassismus- und anderen Diskriminierungserfahrungen. Veröffentlichung auf der Projektwebseite baseballschlaegerjahre-rlp.de - Projektwebsite
Ausbau der bestehenden Website der „Baseballschlägerjahre RLP“ um Handlungsoptionen, Handlungsstrategien sowie vertiefende Bildungsinhalte. - Digitale Bildungsarbeit (Instagram)
Eine begleitende Instagram-Kampagne.
Dabei wird Haltung nicht als abstraktes Konzept verstanden, sondern auch als lern- und trainierbare Handlungskompetenz.


Projektbausteine im Überblick
Das Projekt umfasst vier zentrale Bausteine:
- Workshops („nope sagen, Haltung zeigen“)
Entwicklung eines Workshopkonzepts sowie Durchführung von 2 Pilot-Workshops (je 8-30 TN) in Kooperation mit der LEB. - Interviews
Drei Interviews zur Vertiefung des Projektes „Baseballschlägerjahre RLP“ mit Menschen mit Rassismus- und anderen Diskriminierungserfahrungen. Veröffentlichung auf der Projektwebseite baseballschlaegerjahre-rlp.de - Projektwebsite
Ausbau der bestehenden Website der „Baseballschlägerjahre RLP“ um Handlungsoptionen, Handlungsstrategien sowie vertiefende Bildungsinhalte. - Digitale Bildungsarbeit (Instagram)
Eine begleitende Instagram-Kampagne.
1. Workshops „nope sagen, Haltung zeigen“
Ein zentraler Bestandteil des Projekts ist das Workshopformat „nope sagen, Haltung zeigen“.
Die Workshops schaffen einen geschützten Lern- und Erprobungsraum, in dem Teilnehmende ihre eigene Haltung entwickeln, reflektieren und praktisch erproben können. Viele Menschen wissen, wofür sie stehen, zeigen ihre Haltung jedoch im Alltag nicht konsequent – etwa aus Unsicherheit, Konfliktscheu oder sozialem Druck. Genau hier setzt das Projekt an: Es stärkt Handlungssicherheit und ermutigt dazu, Position zu beziehen und Grenzen zu setzen.
Die Workshops arbeiten bewusst erfahrungsorientiert und interaktiv. Methoden wie Rollenspiele, Fallarbeit, Gruppenprozesse, situative Übungen und Elemente aus dem darstellenden Spiel ermöglichen ein aktives Lernen.
Die Formate sind niedrigschwellig, intergenerationell und lebensweltorientiert gestaltet. Sie greifen die Erfahrungen der Teilnehmenden auf und fördern Austausch, Reflexion und Perspektivwechsel.
Der Titel ist dabei Programm: „nope“ steht für den Mut, Grenzen zu setzen, Position zu beziehen und zu sagen: „Bis hierhin und nicht weiter.“ Oder: „Ich sehe das anders.“
Die Pilot-Workshops werden am 24.10.2026 im Chancenhaus Bad Kreuznach und am 06.11.2026 in den Räumen des Vereins Lernzirkel in Ludwigshafen stattfinden. Hier geht es zu den Veranstaltungs-Postern (Bad Kreuznach, Ludwigshafen), ihr Design wird auch die Grundlage für die Social-Media Werbung. Zur Bewerbung der Workshops wurde ein Videoclip produziert.
Kooperation mit der LEB Rheinland-Pfalz
Die Workshops werden gemeinsam von der LAG anderes lernen e. V. und der LEB e. V. umgesetzt.
- anderes lernen e. V. verantwortet die Gesamt-Konzeption und Durchführung der Workshops sowie ein Modul mit dem Schwerpunkt auf diskriminierungskritischer, empowernder Bildungsarbeit und praktischen Übungen zur Stärkung der eigenen Haltung.
- Die LEB e. V. begleitet die Gesamt-Konzeption und ergänzt das Projekt durch die Planung und Durchführung des Moduls „Entwicklung von Haltungen durch Werte und Narrative“. Im Fokus stehen theoretische Grundlagen, interdisziplinäre Perspektiven sowie der Zusammenhang von Haltung, Körper und Wahrnehmung.
Durch diese Kooperation entsteht ein integriertes Bildungsangebot, das Praxis, Theorie und gesellschaftliche Erfahrung systematisch verbindet. Außerdem kann im Rahmen der Kooperation bei der Referent*innensuche, der Suche nach Räumlichkeiten sowie der Ansprache der Teilnehmer*innen auf die Netzwerke von zwei Organisationen zurückgegriffen werden.
Zu 2.-4. Digitale Vertiefung und Perspektivenvielfalt
Zweiter zentraler Bestandteil des Projekts ist die Erweiterung der „Baseballschlägerjahre RLP“ um biografische und digitale Perspektiven.
2. Drei vertiefende Interviews mit Menschen mit Rassismus- und anderen Diskriminierungserfahrungen erweitern die Perspektivenvielfalt, die die Interviews abbilden. Sie machen sichtbar, wie Diskriminierungen tief in das Leben der einzelnen wirken und Menschen zur Zielscheibe machen. Sie reflektieren über die strukturelle Dimension des Problems und fragen nach der Verantwortung, die die Gesellschaft gegenüber den Betroffenen hat. Sie zeigen auch, wie Betroffene mutig und kreativ Widerstand leisten und welche Bedeutung Haltung und Solidarität für einzelne und gesamtgesellschaftlich haben.
3. Auf der Webseite der „Baseballschlägerjahre RLP“ entsteht ein eigener Bereich zu Handlungsoptionen. Dort werden gebündelt konkrete Möglichkeiten aufgezeigt, wie Menschen sich für Demokratie und Solidarität engagieren können. Ergänzt wird das Angebot durch Informationen und Bildungsinhalte, die eine vertiefte Auseinandersetzung mit den Themen ermöglichen.
4. Die Wirkung des Projekts „Baseballschlägerjahre RLP“ entsteht vor allem durch die Einblicke in die Lebensrealitäten der Zeitzeug*innen. Diese sollen durch eine Instagram-Kampagne einem noch größeren Publikum nahegebracht werden. Über einzelne Schicksale und Geschichten (Storytelling) können geschichtliche Realitäten und Fakten lebendig und eindrucksvoll vermittelt werden. Das Projekt präsentiert in den Instagram Posts sowohl Storytelling-Elemente als auch Daten und Fakten.
Methoden und Formate
Das Projekt arbeitet mit erfahrungsorientierten, interaktiven Bildungsformaten. In Workshops mit Rollenspielen, Fallbeispielen, Gruppenarbeit und Reflexionsübungen setzen sich die Teilnehmenden aktiv mit Diskriminierung auseinander und entwickeln eigene Handlungsstrategien.
Digitale Lernmaterialien, Interviews, Arbeitsblätter und multimediale Inhalte ergänzen die Präsenzformate und ermöglichen selbstständige Vertiefung über den Workshop hinaus. Die digitalen Lernmaterialien können auch unabhängig von den Workshops genutzt werden.
Die Kombination aus analogem Lernen, digitalen Ressourcen und biografischen Perspektiven schafft ein vielschichtiges Bildungssetting.
Zielgruppen
Das Projekt richtet sich an interessierte Bürger*innen ab 16 Jahren sowie an Multiplikator*innen und Bildner*innen aus pädagogischen, sozialen und zivilgesellschaftlichen Kontexten. Über die Social-Media-Präsenz – insbesondere Instagram – werden gezielt auch jüngere Zielgruppen im Alter von ca. 16 bis 45 Jahren angesprochen.
Die Workshops sind auf eine Teilnehmer*innenzahl von 8 bis 30 Personen pro Veranstaltung ausgelegt. Ergänzend dazu wird das Projekt über die Projektwebseite sowie die begleitende Instagram-Kampagne voraussichtlich insgesamt rund 1.000 weitere Personen erreichen.
Erwartete Wirkungen
Im Mittelpunkt des Projekts steht die Auseinandersetzung mit Diskriminierung und menschenfeindlichen Einstellungen – mit dem Ziel, sie im Alltag zu erkennen, einzuordnen und ihnen aktiv zu begegnen.
Teilnehmende gewinnen Sicherheit darin,
- Eigene Positionen zu entwickeln und zu festigen
- Positionen klar zu vertreten,
- Argumentations- und Handlungskompetenz im Alltag zu zeigen,
- und demokratische Werte aktiv zu verteidigen.
Darüber hinaus entsteht ein Multiplikatoreffekt: Wissen, Erfahrungen und Haltungen werden in soziale Kontexte weitergetragen.
Die Einbindung marginalisierter Perspektiven durch Interviews erhöht die Sichtbarkeit betroffener Menschen und stärkt gesellschaftliche Sensibilisierung.
Insgesamt trägt das Projekt zur Stärkung einer diskriminierungskritischen, dialogorientierten und demokratischen Debattenkultur bei.
Nachhaltigkeit und Verstetigung
Die Projektergebnisse werden langfristig gesichert und öffentlich zugänglich gemacht. Dazu gehören die Website, digitale Lernmaterialien sowie die dokumentierten Interviews.
Die Inhalte werden über Social Media, Newsletter und Netzwerke verbreitet und bleiben dauerhaft verfügbar. Dadurch entsteht eine nachhaltige Bildungsressource, die auch über die Projektlaufzeit hinaus genutzt werden kann.
Durch kontinuierliches Feedback aus Workshops, Social-Media-Interaktionen und Website-Analysen wird das Projekt fortlaufend und bedarfsorientiert angepasst und weiterentwickelt.
Die Teilnehmenden tragen ihre Lernerfahrungen in ihre Lebens- und Arbeitskontexte weiter und wirken dort als Multiplikator*innen.
Perspektive
Ab 2027 sollen die erprobten Formate in einer Veranstaltungsreihe verstetigt und auf weitere Regionen ausgeweitet werden.
Über uns
Die LAG anderes lernen e. V. ist einer der sieben staatlich anerkannten Träger der Weiterbildung in Rheinland-Pfalz. Die Bildungsangebote von anderes lernen rücken den Menschen mit seinen ganzheitlichen Bedürfnissen in den Mittelpunkt und setzen bewusst nicht nur auf berufliche Verwertbarkeit. Entsprechend vielfältig und breit gefächert gestalten sich die Themen und Angebote. Anderes lernen hat 41 Mitglieder, davon eine staatlich anerkannte Heimbildungsstätte.
Kontakt
Landesarbeitsgemeinschaft anderes lernen e. V.
Stefanie Bartlett (Geschäftsführung)
Geschäftsstelle Mainz
Walpodenstr. 10
55116 Mainz
Tel.: 06131 90 52 62
Mobil: 0160 910 205 17
E-Mail: stefanie.bartlett@andereslernen.de
Webseite: www.andereslernen.de
Das Projekt wird gefördert durch das Ministerium für Arbeit, Soziales, Transformation und Digitalisierung Rheinland-Pfalz
